3 Monats Koliken bei Säuglingen
Wer hat nicht schon von ihnen gehört, von den kleinen Schreibabys, die ihren jungen Eltern das Leben nicht gerade leicht machen. Diese „Schrei-Babys“ weinen oft Tag für Tag oder nur an ein paar Tagen der Woche schrill und unstillbar.
Viele Betroffene berichten, dass die Attacken immer zur gleichen Zeit beginnen. Die Beschwerden scheinen sich auf den späten Nachmittag oder frühen Abend zu konzentrieren. Aber auch nächtliche Schreianfälle sind keine Seltenheit, manche entnervten Eltern berichten auch von mehreren, regelmäßigen Attacken an einem Tag. Die Erzählungen von Betroffenen machen deutlich, wie belastend es für junge Eltern – aber genauso für erfahrene Eltern – sein kann, ein Baby zu haben, das unter 3 Monats Koliken leidet.
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Ein Vater berichtet, er habe sein Baby nur am Wochenende ohne Schreien erlebt, immer, wenn er abends von der Arbeit nach Hause kam, habe das Baby geschrien und seine Frau sei völlig entnervt gewesen. Das war eine harte Probe gleich am Anfang des Vater-Seins. Andere Väter erzählen, sie seien froh gewesen, dass sie arbeiten durften und hätten sich mit Vergnügen Überstunden aufgeladen, nur um dem schreienden Kind zu entkommen. Eine Mutter wiederum erzählte, sie sei sich noch nie so hilflos vorgekommen und fühlte sich nur noch schlecht, weil sie meinte, die Anforderungen, die an sie als Mutter gestellt würden, nicht erfüllen zu können.
Eine andere Mutter meinte, sie sei mehr als einmal am Ende ihrer Kräfte gewesen und kurz davor, ihr Baby zu schütteln, nur damit es aufhört. Allen Betroffenen hat vor allem die völlige Hilflosigkeit im Umgang mit dem Schreibaby so zu schaffen gemacht. Denn es ist ja nicht nur die ganze Situation mit dem, womöglich auch noch ersten Kind neu und es dauert ja allein schon eine geraume Weile, bis sich die jungen Eltern in diese Rolle eingefunden haben. Durch die Schreiattacken kommt eine zusätzliche Belastung zur neuen Lebenssituation, zum Schlafmangel und bei den Müttern zu der Hormonumstellung dazu, die nicht unterschätzt werden sollte. Allerdings sollte jeder wissen, dass nicht jeder Säugling, der eine Weile schreit, gleich eine Dreimonatskolik hat. Hiervon spricht man nur, wenn ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
So handelt es sich wahrscheinlich um 3-Monats Koliken,
- wenn das Baby zwischen zwei und 15 Wochen alt ist,
- wenn das Baby vor allem am frühen Abend oder nachmittags weint,
- wenn dieses Schreien wie ein Anfall wirkt,
- wenn das Baby entweder die Beinchen anzieht oder überspannt und
- wenn es kaum zu beruhigen ist.
Nach Studien leidet immerhin jedes fünfte bis zehnte Baby unter diesen Attacken, die die Kräfte von Kind und Eltern wahrlich aufzehren können. Für die betroffenen Mütter und Väter, die angesichts ihrer Hilflosigkeit und eigenem Schlafmangel oft am Ende ihrer Kräfte angekommenen sind, gibt es meist nur den Trost, dass aller Erfahrung nach die Schreiattacken aufhören, wenn das Baby gut drei Monate alt ist. An dieser Hoffnung sollten sich Mütter festhalten, die meinen, sie werden mit diesem schreienden Baby nicht fertig.
Viele betroffene Eltern sind völlig hilflos, auch, weil man die kleinen Erdenbürger, die sich einzig und allein durch Weinen beziehungsweise Schreien äußern können, nicht einfach verstehen kann, sondern immer auf Vermutungen angewiesen ist. Nichtsdestotrotz sollten Eltern mit der Diagnose „Dreimonatskolik“ durchaus vorsichtig umgehen. Auf jeden Fall ist es sehr sinnvoll, um nicht zu sagen notwendig, andere Gründe für das Unwohlsein des Babys auszuschließen. Schließlich kommen für das Weinen und das Bauchweh theoretisch eine Menge anderer Ursachen infrage.
Zunächst das Nächstliegende: Hat das Baby vielleicht einfach Hunger? Oft werden die Babys nicht ganz satt, sei es, weil sie beim Trinken eingeschlafen sind oder weil sich gerade ein Wachstumsschub ankündigt oder aber weil die stillende Mutter gerade nicht genug Milch hat. Schließlich ist bei erhöhtem Bedarf die Milchproduktion immer ein, zwei Tage sozusagen in Verzug. Vielleicht hat das Baby aber auch einfach Durst. Noch kann es eben seine Bedürfnisse nicht anders als durch Weinen formulieren. Es wird geraten, es mit Tee, mit Stillen oder mit reinem, angewärmtem Wasser zu versuchen. Das enthält keinen Zucker und schadet somit dem Kleinen wirklich nicht. Manche Babys mögen schließlich Fencheltee überhaupt nicht und für Säfte sind sie einfach noch zu jung. Außerdem können gerade Säfte ja wieder Blähungen hervorrufen, sind also eher kontraproduktiv. Angeraten ist auch ein Blick in die Windel, bei voller Windel fühlen sich Babys häufig nicht wohl. Achten Sie auch darauf, dass das Baby der Außentemperatur angemessene Kleidung trägt.
Auch Babys kann es zu warm werden! Und überhitzte Babys weinen, wodurch es ihnen noch wärmer wird. Natürlich müssen auch Krankheiten, Fieber, Erkältungen oder Ähnliches ausgeschlossen sein. Manchmal wollen Babys auch einfach nur Zuwendung. Sind die Eltern aber sicher, dass all diese Gründe ausgeschlossen werden können, dann handelt es sich vermutlich um die berüchtigten 3 Monats Koliken. Bekannt sind diese Koliken seit langem, im Gegensatz zu den Ursachen, die bisher niemand kennt.