Mögliche Ursachen für Dreimonatskoliken
Wieso Säuglinge unter diesen Dreimonatskoliken leiden, ist, wie bereits erwähnt, bisher nicht erforscht. So müssen sich die verzweifelten Eltern mit vielen verschiedenen Vermutungen auseinandersetzen.
Häufig wird die Ansicht vertreten, das Verdauungssystem der Babys sei noch nicht ausgereift und der überforderte Darm reagiert mit Schmerzen und Blähungen. Die Verdauungsorgane entwickeln sich weiter, was mit Schmerzen und Unwohlsein verbunden ist. Und leider können die Säuglinge ihr Unwohlsein nur auf eine Art kundtun: Sie weinen.
Babys, die hastig und unregelmäßig trinken, schlucken hierbei Luft oder es bilden sich Gase im Darm, wenn die Säuglinge nicht aufstoßen. Es kann sich also durchaus lohnen, auf das gute alte Bäuerchen zu achten.
Blähungen können bei den gestillten Kindern auch durch die Ernährung der Mutter hervorgerufen werden. Die blähenden Stoffe der Lebensmittel übertragen sich durch die Muttermilch.
Bei Babys, die mit Kuhmilchprodukten ernährt werden, könnte natürlich auch eine Milcheiweiß-Unverträglichkeit als Ursache für das Bauchweh infrage kommen. Hier sollte darauf geachtet werden, dass es sich nicht um eine Lebensmittelallergie handelt, die durchaus gefährlich werden kann.
Manche Ärzte scheinen zu glauben, dass Babys die vielfältigen Eindrücke, die auf sie einwirken, nicht ohne Weiteres verarbeiten können und deshalb zunächst nur weinen. Durch das viele Weinen schlucken sie aber Luft, was wiederum zum bekannten Blähbäuchlein führt und einen Teufelskreis aus Weinen und Luftschlucken öffnet.
Man findet auch Informationen darüber, dass die Dreimonatskoliken gar nichts mit Bauchweh zu tun haben und nur die Symptome darauf schließen lassen. Danach spannen die Babys beim Weinen die Bauchmuskulatur an und ziehen die Beinchen immer beim Schreien an. Eine genaue Begründung, worauf die Attacken nun wirklich zurückzuführen sind, können uns auch diese Experten nicht bieten.
Vermutet wird auch, dass die Unruhe der jungen Eltern, die erst in ihre Rolle hineinwachsen müssen und im Umgang mit dem Neugeborenen noch unsicher sind, sich vielleicht auf die Kinder überträgt. Diese spüren die Unsicherheit und vor allem sensible Babys reagieren mit den Schreiattacken.
Schließlich ist auch die Möglichkeit des Nicht-Einschlafen-Könnens zu betrachten. Babys müssen dies bekanntermaßen erst noch lernen. Für einige Babys ist tatsächlich das anhaltende Weinen ein Weg, in den Schlaf zu finden, auch wenn dieser Weg die Eltern über die Maßen strapaziert.
Manchen Eltern sind angesichts ihrer Hilflosigkeit die Ursachen und Gründe der sogenannten Koliken völlig egal. Sie würden andererseits alles tun, um ihrem Baby zu helfen und eine Lösung für diesen zermürbenden Zustand zu finden.