Was tun bei 3-Monats-Koliken ? Mögliche Hilfen und Maßnahmen.
Völlig hilflos sind aber Eltern und Babys dieser Situation nicht ausgesetzt. Es gibt doch einige Möglichkeiten, dem Baby Linderung zu verschaffen.
Für viele Eltern ist der Fliegergriff das Erste, was sie teilweise instinktiv anwenden. Dabei wird der Säugling mit der Hand unter den Bauch gefasst, das Köpfchen liegt auf dem Arm, das Baby liegt also auf dem Bauch. Manchmal bringt das durchaus Erleichterung, sei es, weil der Bauch warm wird, weil das Baby so die Nähe der tragenden Person spürt oder weil es so abgelenkt wird. Beispiel Fotos hier
Oft hilft auch einfaches Herumtragen, in welcher Position auch immer. Mit dem Baby auf dem Arm durchs Haus gehen lenkt nicht nur das Baby ein bisschen von dem Schreien ab, auch die tragende Person hat es leichter, weil das Gefühl hilft, irgendetwas zu tun oder zu versuchen.
Immer wieder erzählen Eltern davon, dass ein warmes Tuch auf dem Bauch den geplagten Schreibabys Erleichterung verschaffen kann.

Hier wird das Muckel-Kissen ausdrücklich von vielen Betroffenen empfohlen. Hierbei handelt es sich um ein leichtes, nur gut zwei Handteller großes Kissen aus reiner, naturbelassener Wolle. Naturbelassene Wolle enthält Lanolin (Wollfett oder Wollwachs), dessen hervorragende Eigenschaften schon lange genutzt werden. Lanolin-Salbe kennen gerade viele betroffene Mütter als wirksames Mittel bei Entzündungen der Brustwarze. Lanolin kann ein Vielfaches des Eigengewichts an Wasser aufnehmen und schmilzt schon bei vierzig Grad. Es wird also bei Körpertemperatur weich.
Quelle: www.muckel-kissen.de
Die Wirkung von Heilwolle ist seit langem bekannt. Wolle ist eine tierische Faser, eine Eiweißfaser aus aneinandergereihten Aminosäuren und ist bekanntermaßen entzündungshemmend, selbstreinigend und ein hervorragender Wärmespeicher. Die Kissen entfalten die heilende Wirkung, wenn sie dem Baby auf den Bauch gelegt werden. Sie werden durch die Körperwärme erwärmt, so dass nie die Gefahr besteht, dass das Muckel-Kissen zu heiß sein könnte – ganz im Gegensatz zu den oft angewendeten Kirschkernkissen oder Wärmeflaschen. Also kein Auslaufen, kein Abkühlen, sondern gleichbleibende, natürlich Wärme und heilende Wirkung. Die äußere Hülle des Kissens aus reiner, natürlicher Baumwolle sorgt für optimale Hautverträglichkeit.
Muckel-Kissen sind extrem leicht, werden also das Schreibaby nicht beschweren, und verrutschen wegen ihres geringen Gewichts auch nicht, wenn das Baby sich bewegt oder strampelt. Der einfache Umgang mit dem Muckel-Kissen macht es auch so geeignet für unterwegs. Es muss nicht erwärmt werden und kann auch im Kinderwagen angewendet werden, beim Besuch bei den Großeltern oder es geht mit auf die Reise mit dem Baby. Das Muckel-Kissen ist pflegeleicht und die Hülle aus Baumwolle kann problemlos gewaschen werden. Das Innenkissen aus der naturbelassenen Wolle sollte dagegen nicht gewaschen werden, um die heilende Wirkung nicht zu zerstören. Übrigens wirken die Kissen auch bei Erkältungen oder aufkommender Bronchitis besser als jeder Umschlag.
Das sogenannte Fahrradfahren hilft immer gegen Blähungen. Dabei werden die Beinchen des Säuglings von den Eltern so bewegt, als würde das Kind Fahrrad fahren: Also das Kind auf den Rücken legen, die Füße nehmen und dann die Beine zur Brust hin bewegen - natürlich vorsichtig, langsam und sanft. Hierdurch können Blähungen gut abgehen.
Viele Eltern berichten davon, dass Bewegung das Nonplusultra sei. Vor allem Tragen im Tragetuch mit nahem Körperkontakt kann hierbei helfen.
Deshalb hilft es wahrscheinlich auch, wenn ein Erwachsener mit dem Säugling im Arm auf einem großen Pezzi-Ball sitzend leicht auf und ab wippt. Die schaukelnde Bewegung zusammen mit der Nähe von Mutter oder Vater und ein leises Gesumme lösen Verkrampfungen.
Schreiende Babys schlafen ruhig ein, wenn sie im Auto durch die Gegend gefahren werden. Viele Eltern nehmen das gerne auf sich, weil sie das Schreien einfach nicht mehr aushalten. Gute Ratschläge, das gehe zu weit, sind natürlich nicht hilfreich und zeugen nur davon, dass die Ratschläge von Menschen kommen, die eine solche Stresssituation nicht kennen.
Das Brummen von Maschinen scheint insgesamt eine gute Wirkung zu haben. Das rhythmische Brummen von Dunstabzugshauben, Waschmaschinen oder von einem Staubsauger im Nebenzimmer kann wirken.
Manche Eltern schwören auch auf Bauchmassage. Dabei liegt das Baby auf dem Rücken und man massiert das Bäuchlein mit sanften Drehbewegungen nach rechts, wobei das Ganze auf jeden Fall mehr ein Streicheln ist. Die Blähungen werden sozusagen weggestreichelt.
Viele Mütter verbinden diese Massage mit Kümmelöl, das vorsichtig eingerieben wird. Kümmel ist für viele das Mittel der Wahl. Es wird auch Müttern als Tee empfohlen, da die Wirkstoffe über die Muttermilch ans Baby weitergelangen.
Tatsächlich gibt es Arzneimittel, die gegen die Dreimonatskoliken wirken sollen. Betroffene Eltern können sich hierzu bei ihrem Kinderarzt informieren. Meist sind es Mittel, die entschäumend wirken und so der Gasbildung im Darm entgegenwirken (z.B. Sab Simplex). Allerdings sind immer auch Hilfsstoffe in den Arzneien enthalten. Hier sollten die Eltern abwägen, ob ein anderes Risiko durch die Medikamentengabe entstehen könnte.
Natürlich gibt es auch homöopathische Mittel gegen das Bauchweh bei Säuglingen. Aber auch die sogenannten Globuli enthalten medizinische Wirkstoffe und sollten nur überlegt, am besten nach Rücksprache mit einem Heilpraktiker, angewendet werden.
Weniger kritisch ist sicher die Verabreichung von Fencheltee. Lauwarm genossen kann Fencheltee Bähungen verhindern oder reduzieren. Es ist auch bekannt, dass das Saugen bei Säuglingen die Verdauung anregt, so dass die Blähungen leichter abgehen können. Auf der anderen Seite kann hierdurch natürlich auch die Darmtätigkeit noch stärker angeregt werden, so dass manche Babys womöglich mit noch mehr Bauchweh reagieren. Das müssen die Eltern einfach ausprobieren, denn nicht jedes Kind reagiert gleich.
Aber auch Rotbusch-Tee (oder Rooibos-Tee genannt) – welcher aus der in Südafrika gleichnamigen, beheimateten Pflanze gewonnen wird – kann helfen. Er kann von der Mutter getrunken werden, berichtet wird von hervorragenden Effekten.
Kuhmilchprodukte können unter Umständen von den Babys schlecht verdaut werden. Wenn eine Intoleranz vorliegt, muss auf eine andere Ernährung umgestellt werden. Das kann vom Kinderarzt schnell festgestellt werden.
Bekannt ist aber auch, dass die Ernährung der Mutter eine ganz wesentliche Rolle spielt. So verzichten viele betroffene Mütter, die ihr Kind stillen, auf blähende Lebensmittel. Auch der Verzehr von zu viel weißem Zucker, Schokolade und Kaffee sollte vermieden werden.
Empfohlen wird auch, das Kind im Kinderwagen durch die Gegend zu fahren. Das hat zwei Effekte: Es wird nicht nur das Baby leise geschaukelt, den Eltern hilft auch, dass das Baby ein bisschen weiter weg ist und nicht gleich neben dem Ohr so herzzerreißend weint. Es ist ja bekannt, dass Lärm Stress verursacht und wer es schon einmal gehört hat, der weiß, dass das schrille Weinen laut ist.
Immer wieder wird auch das Pucken empfohlen. Dies ist eine uralte Wickelmethode, bei der das Baby fest in ein Tuch eingewickelt wird. Das Pucken wird auch bei Einschlafschwierigkeiten empfohlen. Durch das feste Einwickeln haben Beine und Arme keine Bewegungsmöglichkeiten, es soll hierdurch ein besonderes Geborgenheitsgefühl bei den Säuglingen hervorgerufen werden.
Beruhigen kann die Babys auch die Nähe von Mutter oder Vater, denn hier wird ebenfalls Geborgenheit vermittelt, was beim Baby zu weniger Unruhe führen kann.
Manche Eltern legen sich ihr schreiendes Baby auf den Bauch – vermutlich helfen die Wärme und die Nähe gleichermaßen.
Auch wenn es leichter gesagt als getan ist: Für die betroffenen Eltern ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren und gelassen zubleiben. Die Unruhe, Unsicherheit und teilweise Aggression, die die jungen Eltern empfinden, können sich auf das Schreibaby übertragen und machen alles nur noch schlimmer.
Positiv kann sich auf die Schreibabys auch ein gleichmäßiger Tagesrhythmus auswirken. Es ist nachgewiesen, dass Babys und Kinder mit einem geregelten Tag-Nacht-Rhythmus ruhiger und ausgeglichener sind.
Für Ruhe und Ausgeglichenheit sollten auch die Eltern bei sich selbst sorgen. So helfen „Auszeiten“ den betroffenen Müttern und Vätern sehr. Das heißt, wenn sich ein Elternteil um das Schreibaby kümmert, sollte der andere irgendwohin gehen, wo sie oder er das Baby nicht hört. Nur dann können sich Mütter oder Väter wirklich erholen und die andere Hälfte kann das Schreien des Babys besser aushalten, weil ja absehbar ist, dass die Partnerin/der Partner bald wieder nach Hause kommt.
Und schließlich hilft es auch, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Hebammen und Kinderärzte kennen sicherlich Mutter-Kind-Gruppen. Und wenn andere von ähnlichen belastenden Situationen mit ihren Schreibabys berichten, dann gilt das bekannten Sprichwort: Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Eins sollte jedenfalls nicht vergessen werden: Die Attacken der Schreibabys hören irgendwann mit zunehmendem Alter auf!